TOP Ö 5: Strahlenbelastung der Bevölkerung durch Castortransporte

Beschluss: Kenntnis genommen

Sachverhalt:

Zu diesem Thema sollte eine Ratssitzung stattfinden. Eingeladen sind:

  1. GNS Gorleben die Herren Auer, Oelschläger und Schulze (Strahlendosis am Zaun der Umladestation  und im Zwischenlager)
  2. Dr. Winfried Eisenberg ( Gefahren der Niedrigstrahlung aus kinderärztlicher Sicht )
  3. Dr. Christoph Zink ( Strahlenbiologie, Konfrontation des Wissens mit der Umsetzung)
  4. Prof. Dr. Joachim Breckow (Bedeutung der Strahlung, Wirkung der Strahlung)

In der vorstehenden Reihenfolge werden die Teilnehmer während der Sitzung referieren.



Bürgermeisterin Mundhenk bittet die Referenten in der Reihenfolge vorzutragen. Anschließend können dann Fragen aus den Räten und aus dem Publikum gestellt werden.

Zuerst trägt Herr Hartmut Schulze für die GNS vor. Er berichtet von den Messungen am Zaun des Zwischenlagers in Gorleben und an der Umladestation. Am Zaun wurde bei den Gammastrahlen die Dosis 0 und bei den Neutronen ebenfalls die Dosis 0 gemessen. Es wurde festgestellt, dass ein Umschlag der Castorbehälter keine Auswirkung auf die Strahlungen in der Umgebung hat. Die erhöhten Werte resultieren aus einer neuen Messtechnik. Durch die Umgebungsüberwachung des Werkes Gorleben kann festgestellt werden, dass der Betrieb des Zwischenlagers keine radiologischen Auswirkungen auf die Umgebung hat. Es liegt keine Strahlenbelastung der Bevölkerung vor.

Herr Dr. Eisenberg geht auf die Niedrigstrahlung und der Strahlensensibilität der Kinder ein. Die Kinder haben eine positive Stoffbilanz und nehmen im Knochen konzentrierter Calcium und Strontium auf. Körpereigene Reparaturmechanismen sind nicht vorhanden. Nachfolgende Relationen von Jungen- zu Mädchengeburten wurden festgestellt:
weltweit                                             105    : 100
nach Tschernobyl in Europa       106    : 100
Asse – Umgebung                          142    : 100
1991 – 1995                                       101,6 : 100
1996 – 2009                                       109,5 : 100


Die epigenetischen Veränderungen betreffen die väterlichen X-Chromosome und führen zum Verlust von frühen weiblichen Embryonen.

Herr Dr. Zink berichtet, dass sich die Strahlenbiologie in der Zeit zwischen Tschernobyl und Fukushima weiter entwickelt hat. Das ermöglicht neue Erkenntnisse, die derzeit unberücksichtigt bleiben. Es sind neue Berechnungen der Grenzwerte erforderlich. 

 

Herr Prof. Dr. Breckow berichtet, dass sich die Mitglieder der Strahlenschutzkommission über die Problematik der Strahlung grundsätzlich einig sind. Er berichtet von den Strahlenwirkungen und dem Strahlenrisiko. Viele Annahmen sind nicht bewiesen, da zu wenig Fallzahlen als Beweis vorliegen.

Im Anschluss an die Vorträge haben die Ratsmitglieder und anwesende Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu stellen. Dabei geht es inhaltlich um die Einhaltung und Überschreitung von  Grenzwerten mit der Forderung auf Neuberechnung.

 

Abschließend werden die Referenten gebeten, einen Schlusssatz vorzutragen.

Für die GNS teilt Herr Schulze mit, dass die Gesetze eingehalten werden. Die Grenzwerte werden unterschritten und damit eingehalten.

Prof. Dr. Breckow warnt davor, einzelne Effekte auszusuchen und das Gesamtbild zu vernachlässigen.

Dr. Zink berichtet, dass nach 25 Jahren Tschernobyl viele Aspekte sich als nicht zumutbar erwiesen haben und korrigiert werden müssen.

Dr. Eisenberg verweist auf die epidemiologische  Studie.


Die Powerpoint-Präsentationen sind als Anlage beigefügt.

Bgm Mundhenk bedankt sich insbesondere bei den Gästen.